Liebe und Leben in Zeiten von Corona
Irgendwann zu Anfang diese Jahres kommen kuriose Meldungen aus China zu uns. Ein neuer Virus grassiert dort. Viele Menschen werden krank, leiden, sterben. Corona… Keiner weiß was das bedeutet. Einige Zeit später hört man von einer 11-Millionenstadt in China, die abgeriegelt ist, Wuhan. Wo liegt das zur Hölle? Noch nie habe ich davon gehört. Wie kann man eine 11-Mio-Stadt abriegeln? Ich stelle mir vor, wie das in Hamburg oder Berlin, oder hier in Hannover sein könnte… Das kann ich mir nicht vorstellen, und dann in einer solchen riesigen Stadt? Das Gehirn droht sich zu verknoten.
Die Zahlen der Infizierten gehen in die 10 Tausende. Hunderte, später Tausende von Toten. Verstörende Bilder aus der Stadt machen im Netz die Runde. Was davon wahr ist und was gefaket, was einzelne Auswüchse oder was dort an der Tagesordnung ist, lässt sich aus der Ferne nicht beurteilen. Im Kopf bleiben Bilder von möglicherweise chaotischen Zuständen und viel Leid.
Plötzlich gibt es auch außerhalb Chinas die ersten Fälle. In Süddeutschland werden einige Menschen positiv getestet, die bei einer Schulung Kontakt mit einer Kollegin aus China hatten. Das Virus ist aber irgendwie immer noch weit weg. Einzelne sind infiziert und isoliert, alles scheint im Griff zu sein. Dann kommt Karneval, Heinsberg in NRW, ein infiziertes Paar geht, ohne zu wissen, das sie mit Corona infiziert sind zu einer Karnevalsveranstaltung. Bumms, auf einmal expldieren die Zahlen. Ski- und Winterurlauber aus Italien bringen das Virus mit und die Zahl steigt langsam an. Auch in Hannover sind die ersten Infizierten aufgetaucht. Dann macht sich bei mir Halskratzen bemerkbar, die Nase läuft, Fieber? Nein zum Glück nicht. Husten, Ja, aber kein trockener… Ich überlege, habe ich Kontakt zu Leuten aus den Risikogebieten China, Iran, Italien gehabt? Nein, auch im Bekannten und Kollegenkreis ist mir keiner bekannt. Also doch nur ein normaler Schnupfen. Puh… Während ich zu Hause meine Krankheit auskuriere, setzt sich der Zug des Virus um die Welt fort. Immer mehr Infizierte gibt es. Irgendwann sind es 80.000, 100.000….Die meisten in China. Italien wird neben dem Iran zum Hotspot des Virus hier in Europa. Gerade die Lombardei und Venetien sind betroffen. Dort waren wir noch im September. Die nördlichen Provinzen Italiens werden abgeriegelt. Viel Norditaliener machen sich noch schnell auf den Weg nach Süditalien, in Ihre Ferienhäuser. Ist schon komisch gilt doch der Süden Italiens für viele Norditaliener als rückständig und am liebsten würden sich viele vom Süden trennen. Jetzt aber gilt ihnen der Süden als sicherer Zufluchtsort. Sehr zum Missfallen der Sizilianer, Kalabresen und der Menschen aus Apulien. Denn unter den Flüchtenden sind auch viele Infizierte….
Noch immer sind die Infiziertenraten im restlichen Europa geringer. Aber es geht los. Spanien, Frankreich, Niederlande überall. Das Virus setzt seinen Siegeszug fort. Ein Virus, den man nicht sieht, riecht, schmeckt… Das kann uns modernen Menschen schon in Angst versetzen. Die ersten Hamsterkäufe beginnen. Kurioserweise wird Toilettenpapier gekauft…Nudeln und Reis und andere haltbare Lebensmittel würde ich verstehen, aber ausgerechnet Lokuspapier… Der Deutsche ist schon ein komisches Wesen. Aber jetzt habe ich erfahren, das die Niederländer nicht viel besser sind, Sie bunkern auch das Zeug. Das beruhigt doch etwas. Mittlerweile bin ich wieder weitestgehend gesundet und gehe zur Arbeit. Allerdings beherrscht dort auch das Virus alle Gespräche. Eine gewisse Unsicherheit ist überall zu spüren. Auch in der Nachbarschaft wird darüber gesprochen. Allerdings wird auch überlegt, wie man sich gegenseitig helfen kann für den Fall, das man selber in Quarantäne muss, oder die Nachbarn, Freunde… Hier im Haus sind zwei recht alte Mitbewohner, beide über 80 und beide krank. Auf die müssen wir etwas achten. Auch im Nachbarhaus wohnen ältere Herrschaften. Zum Glück haben wir schon seit längerem unsere Telefonnummern ausgetauscht und somit sind wir erreichbar.
Die Tage vergehen und es werden in Deutschland immer mehr Menschen krank. Die Schulen, Kitas, Museen, Schwimmbäder werden gesperrt. Die Stadt schickt viele ihrer Mitarbeiter nach Hause. Das öffentliche Leben wird heruntergefahren. Aber Klopapier wird immer noch gehamstert. Mittlerweile habe ich mir auch etwas Vorräte angelegt. Klopapier habe ich noch genug…Nudeln Reis, Wurst, Fisch, Tomaten etc, alles im Glas oder in der Dose. Irgendwie komme ich mir merkwürdig vor. Man geht in den Laden und überlegt, was man brauchen kann und steht dann vor einem leeren Regal. So etwas kenne ich nur aus Erzählungen aus der ehemaligen DDR. Hamstern ist das neue Wort. Auch das kenne ich nur aus den Erzählungen meiner Eltern, wenn sie vom Krieg und danach berichtet haben. Wenn meine Mutter erzählte, das sie mit Rucksack auf dem Rücken in die Umgebung von Dortmund gefahren ist und dann bei Bekannten und Freunden etwas besorgt hat. Eier, Wurst, Speck… nur vom Klopapier war keine Rede… Gut, das hing damals in Form von in handliche Stücke gerissenem Papier und an die Wand genagelt im Plumpsklo. Das allerdings kenne ich noch selber von meinen Großeltern, die in einem Dorf in der Nähe von Wolfenbüttel wohnten. Herrlich, sich mit der Tageszeitung den A… abwischen. Ein Erlebnis…Da musste man Sommers wie Winters durch den Stall an der riesigen Ziege und den immer unwirschen Schweinen und den aufgeregten Hühnern vorbei zum Holzverschlag. Alle, so schien es, trachtetem einem nach dem Leben. Die Ziege schaute einen mit den glühenden Augen an und senkte den Kopf mit den gefährlich anmutenden Hörnern, die Schweine standen an der Einfassung des Koben und machten einen riesen Spektakel und wenn man da durch war, kamen die Hühner, dieses unendlich nervöse Federvieh, die immer kurz vorm Herzinfarkt standen… Alles in allem eine außerordentlich bedrohliche Lage… Für einen Pöks von vielleicht 7, 8 Jahren… Aber ich schweife ab…
Mittlerweile habe ich meine Sachen zusammengepackt die ich fürs Homeoffice brauche. Mal schauen wie weit ich komme, wenn man nur bedingt sinnhaft arbeiten kann.
Wo waren wir? Achja, Hamstern… Gut, ist halt irgendwie neu. Aber man muss die Ruhe bewahren. Ruhe ist erste Bürgerpflicht. Obwohl so langsam macht sich etwas Unruhe breit, was wird noch kommen, wie geht’s weiter, wie wird es hinterher werden, wie lange dauert das ganze? Auch im Amt rückt der Shutdown näher. Erste Schreiben zum Verhalten bei Corona trudeln ein. Der Präsident schickt eine Mitteilung zur weiteren Vorgehensweise… Aber unser Amt muss erst mal konferieren und überlegt, ob es nicht das bessere Amt ist und als einziges Amt noch die Mitarbeiter zur Arbeit kommen lässt… Aber dann wird es den Oberen wohl doch etwas mulmig und wir werden ins HomeOffice geschickt. Jetzt rächt sich allerdings das Kleinklein der letzten Jahre. Es gibt nur für eine kleine Anzahl von Kollegen die Möglichkeit sich von zu Hause auf unsere Server zugreifen zu können. Einige unserer Anwendungen sind zudem webbasiert, Die Unterlagen liegen alle auf den Servern… Schön, dann kopiere ich mir die Sachen auf meinen Laptop und arbeite offline… soweit das geht… Da hatten wir die Idee, das man ja wenigstens von zu Hause aus die dienstlichen Mails abrufen könnte. Muss leider mit dem privaten Rechner erfolgen, weil der dienstlich auf keinen Fall ans Netz darf, einen Link für den Zugriff auf den Mailserver gibt es und wird auch von der IT der vorgesetzten Behörde bereitgestellt, ganz offiziell sogar. Aber er darf nicht benutzt werden, da sonst über Mails Viren und andere Schadstoffe auf die Server gelangen könnten… Komisch, warum wird dieser Link dann nicht blockiert? Die Wege der IT sind unerforschlich…
Nun gut, es ist soweit und ich packe mir meine Sachen fürs Homeoffice und verabschiede mich von den Kollegen. Ins Büro gehe ich jetzt nur ein- oder zweimal die Woche um zu schauen, ob was neues da ist, oder wichtige Dinge zu erledigen sind. Die Baufirmen haben meine private Handynummer und Email-Adresse und so bin ich erreichbar. Aber auch da wird es mit der Zeit ruhiger.
Meiner Freundin geht es mittlerweile auch wieder besser und wir gehen am Samstag zusammen einkaufen. Der ortsansässige Edeka ist merkwürdig leer. Für diese Zeit sind wenig Menschen dort. Schon bei der Fahrt zum Center bin ich verwundert wie leer die Strassen sind. Kaum Menschen auf den Fußwegen. Die kleinen Läden haben schon zu, die Restaurants und Kneipen haben das letzte Bier ausgeschenkt und das letzte Essen serviert. Im Center dann gelassene Ruhe. Jeder schiebt seinen Einkaufswagen vor sich her und kauft ein. Hamsterei ist eher nicht zusehen. Die Regale werden durch emsige Mitarbeiter aufgefüllt. Es klaffen noch Lücken bei Mehl, Zucker, Klopapier. Aber alles andere ist da oder wird gerade einefüllt. Wurst, Käse, Milch, Butter… alles da. Obst und Gemüse in ausreichender Anzahl, so wie immer. da die städtische Kantine im Amt von meiner Freundin geschlossen hat, müssen wir etwas mehr einkaufen, damit sie sich Mittagessen machen kann und das dann mit zur Arbeit nimmt, oder abends zu Hause essen kann. Alles wird eingepackt, an der Kasse steht man wieder mit entsprechendem Abstand, aber alle sehen recht entspannt aus. Ich glaube die Panik, oder Unruhe ist etwas gewichen und macht einer gelassenen Ruhe Platz. Das ist auch gut so, wir sitzen alle in einem Boot und alle haben die gleichen Probleme. Ich habe ein kleines Video bekommen, von einem großen Filialbäcker hier in Hannover. In diesem Video jammert er, sicher zu Recht, über seine ungewisse Zukunft. Unter Tränen beschreibt er, das er möglicherweise Leute entlassen muss, was er eigentlich nicht will, das im schlimmsten Falle die Insolvenz droht….. Verweist darauf, das das Geld aus Berlin noch nicht kommt, und das sein Sohn in Tübingen als Arzt arbeitet und er deshalb, sehr löblich, alles Pflegepersonal und Sanitätern etc kostenfrei mit Brot und Brötchen für den täglichen Bedarf versorgen will. Vergisst aber nicht, im gleichem Film sein neues Projekt, ein Restaurant zu bewerben. Die Tageszeitung berichtet groß darüber, schöne kostenlose Werbung für ihn. Am nächsten Tag stellt sich heraus, das in seinen Bäckereien merkwürdige Plakate mit Drohungen gegen seine Mitarbeiter hängen. Krankmeldungen nur noch bei ihm persönlich, unter Nennung der Gründe. Nur noch ein positiver Corona- Test wird als Krankheitsgrund akzeptiert, sollte sich allerdings jemand fahrlässig angesteckt haben, wird ihm fristlos gekündigt. Wer kontrolliert das, wer bestimmt, was Fahrlässig ist? Selbiger Bäcker hatte schon vor ein paar Monaten ein polemisches und mit falschen Behauptungen gespicktes Plakat gegen die neue Bonpflicht in seinen Filialen am Eingang aufgehängt. Diese musste er dann recht kleinlaut wieder anhängen, weil er dort eben falsche Angaben gemacht hatte. War nach dem video, das sich sehr schnell verbreitete, die Stimmung sehr positiv dem Unternehmer gegenüber eingestellt, so drehte sich in den sozialen Medien doch der Wind und blies ihm auf einmal sehr kräftig entgegen, als das mit dem Droh-Plakat bekannt wurde… Ich hatte sofort ein komisches Gefühl, als ich das Video sah, man sollte doch mehr auf seinen Bauch hören. Mich wundert auch, das ein doch so großes Unternehmen offensichtlich nicht über entsprechende Rücklagen verfügt um wenigstens ein oder zwei maue Monate zu überstehen… Oder wie sonst ist das frühzeitige Drohen mit Entlassungen und einer Insolvenz zu verstehen? Wir haben momentan es mit einer Situation zu tun, die noch keiner erlebt hat. Da können wir nicht erwarten, das alles sofort und schnell geregelt wird. Das dauert, bis sich das alles zurechtruckelt und im Zweifelsfall muss dann ein Betrieb an seine Rücklagen gehen. Aber das Geschrei, das mittlerweile von großen Firmen angestimmt wird und wo finanzielle Unterstützung eingefordert wird, macht mich dann doch etwas wütend. Noch gibt es keine Verluste, aber es wird schon nach Hilfen geschrieen. Natürlich muss großzügig und unbürokratisch geholfen werden, eine Schließung eines Restaurants von heute auf morgen bedeutet den Wegfall der Geschäftsgrundlage von jetzt auf gleich. Aber wie sollen die Unterstützungen gezahlt werden? Auf Zuruf kommt jemand und bringt eine Tasche mit Geld? Ohne Prüfung der Notwendigkeit? Eher nicht. Mein Vorschlag wäre, das auf Grundlage der letzten Steuererklärung die Hilfen anteilig entsprechend den in der Steuerklärung angegebenen Kosten monatlich ausgezahlt werden. Die, die den Staat bisher beschissen haben, bekommen weniger, sie haben ja ordentliche Batzen Geld an der Steuer und damit an uns allen vorbei gelotst, die, die steuerehrlich waren bekommen mehr… Oder wie wär’s übergangsweise mit einem bedingungslosen Grundeinkommen von 800 bis 1000 Euro für eine gewisse Zeit? Muss man mal drüber nachdenken…
Meine Freundin und ich sind übereingekommen, uns jetzt in der nächsten Zeit nicht mehr persönlich zu sehen. Wir gehören beide zur Risikogruppe und ich habe irgendwie keine Lust mir unnötig den Virus einzufangen, oder sie dann auch noch anzustecken. So telefonieren wir beide mehrfach am Tag und müssen dann mit der Trennung klarkommen. Noch ist das ja alles neu und es ist auch nebenher noch einiges zu tun. Ich habe am Wochenende mein Aquarium mal von Grund auf gereinigt. Eigentlich wollte ich es verschenken, aber jetzt wo es wieder schön ist… War noch tatsächlich in einer Zoohandlung und habe mir Fischfutter besorgt und dann noch einige Neonsalmler und Schmucksalmler. Jetzt ist wieder etwas Leben im Becken. Für unsere Pflegetaube habe ich dann auch noch gleich etwas Futter mitgebracht. Die haben wir seit einigen Tagen im Garten. Sie war in suizidaler Absicht oben an ein Fenster geflogen und hockte nun etwas mitgenommen auf der Strasse. Abends war sie immer noch da und Nachbars Katze hatte sich auch noch nicht drum gekümmert. Da keiner da war, der dem Leiden des armen Tieres ein Ende setzen konnte und wollte, habe ich sie mir geschnappt und in unseren Garten verfrachtet. Dort erholt sie sich nun bei freier Kost und Logis… Mittlerweile kann sie auch schon wieder etwas flattern, aber das ist noch nicht so toll, sie hatte sich wohl was am Flügel getan, und deshalb kann sie noch etwas bleiben. Sie hockt dann immer abends und in der Nacht an der Hauswand, da ist es wärmer. Über Tag spaziert sie durch unseren Garten und auch die anderen. Sobald ich mit dem Futter komme und etwas in die Schale getan habe, wartet sie etwas ab, bis ich weg bin und dann… Wenn sie dann wieder richtig fliegen kann, werden wir die Fütterung einstellen, ich möchte nur ungerne dies gurrenden Viecher in größeren Mengen im Garten haben… Aber solange kümmern wir uns um sie…
Die Zahlen der Infizierten steigen immer noch. Wie lange wird das noch dauern, wie wird es hinterher weitergehen? Das beruhigende im Moment ist, das man von den Rechtsexkremisten der AfD nicht viel hört. Wenns wirklich um wichtige Dinge geht sind Gauland, Weidel, Meuthen, Höcke und der ganze andere rechte Bodensatz heillos überfordert. Hilflos müssen sie mit ansehen, wie ihre Umfragewerte in den Keller rauschen, sie haben kein Konzept, keine Lösungsvorschläge oder sonst etwas. Hetzen, Pöbeln, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und nur auf Zerstörung der Gesellschaft aus sein ersetzt kein Parteiprogramm. Scheint so, als wenn immer mehr AfD Wähler dies merken und zur Besinnung kommen.
Zu was man so kommt, wenn man zu Hause ist und Home Office macht. Heute wollte ich mit meiner Solomaschine eine Rund drehen. Ab in die Garage und dann… Batterie leer. Das kommt davon, wenn man nicht regelmäßig fährt. Also, das Dingen ausgebaut und mit in die andere Garage mit der Werkstatt genommen. Nach 5 Stunden laden hat sich leider nichts an der Batteriespannung getan. Das gute Stück ist kaputt. Werde mir eine neue besorgen müssen. In Zeiten von Corona ist das jetzt etwas schwierig, geht nur noch online, da keine Geschäfte offen haben. Nun gut, die nächsten Tage ist das Wetter nicht so toll, könnte ich sowieso nicht fahren.
Heute habe ich mal wieder Brot gebacken. Zwei Toastbrote und zwei Roggenbrote. Ein Hälfte für mich, die andere für meine Freundin. Wenn ich das Brot nachher rüberbringe sind das so kleine Momente des Glücks. Mals sich sehen, kurz mal in den Arm nehmen und ne Stunde auf dem Balkon sitzen und die Gemeinsamkeit genießen… Sie hat jetzt angefangen Mundschu(ü)tze zu nähen. Ist gar nicht so einfach, soll ja auch einigermaßen aussehen. Ob so ein Mundschutz was bringt? Sicher ist es ganz großer psychologischer Faktor, Aber wenn einer einen direkt anniest oder -hustet. Aber wenn man sich wirklich richtig schätzen will helfen nur FFP 2 oder FFP 3 Masken. Aber soetwas werde ich nicht kaufen, zum Einen kosten die Unsummen, da wird schon im Internet der dicke Reibach gemacht, so etwas wollen wir nicht unterstützen, zum Anderen werden die an anderer Stelle mehr gebraucht, als bei uns im Gesicht.
Aufregen tut mich mittlerweile auch, das der Rettungsschirm und die Möglichkeit seine Miete auszusetzen schon wieder unverschämt von großen Konzernen ausgenutzt wird. Deichmann, H&M, adidas wollen als Erste keine Miete mehr bezahlen, VW und andere melden Kurzarbeit an. Wenns ums geldsparen zum Wohle der Aktionäre geht, sind diese Geier als erste da. Anschließend werden genau diese Firmen tausend Gründe finden, warum Sie das ihnen zur Verfügung gestellte Geld nicht zurückzahlen können und dabei dann noch frech grinsend ihre Gewinne am deutschen Fiskus vorbeischleusen… Hauptsache die Vorstandsgehälter und die Dividenden stimmen… Man sollte sich gut merken, welche Konzerne das sind, die sich in solch einer Situation so asozial und unsolidarisch verhalten und auch nach Überwindung der Krise sich gut überlegen, bei wem man einkauft! Karstadt/Kaufhof wollen jetzt auch keine Miete mehr bezahlen und auch nicht später nachzahlen, mit der abstrusen Begründung, das man ja die ihnen zur Verfügung gestellte Mietsache nun nicht mehr so nutzen könnte wie man sie vom Vermieter angemietet hätte… Das dieser Benko eine ganz üble Heuschrecke ist, braucht man ja da nicht mehr zu erklären…. Man sieht also, Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert. Solidarität ist für diese Geier ein Fremdwort.
Adidas hat wohl nicht mit dem Gegenwind in der Öffentlichkeit gerechnet und will nun doch wieder Miete zahlen… Geht doch!
Heute ist die neue Batterie gekommen… Habe sie befüllt und geladen… Nach dem Home-Office gleich mal eine schöne Runde gedreht… Herrlich, die kalte Luft im Gesicht zu spüren. Auf den doch merklich leereren Straßen zu fahren macht richtig Spaß….
Am meisten fehlt aber der persönliche und auch direkte Kontakt mit meiner Freundin. Da wir nicht zusammen wohnen sehen wir uns nur noch selten und dann auch mit Abstand. Sie muss noch zur Arbeit und ich bin Zuhause. Wegen der Ansteckungsgefahr bei ihr auf der Arbeit halten wir beide zumindest körperlich Abstand. Das ist wirklich nicht schön. Auch in der Nachbarschaft ist eine Veränderung zu spüren. Der nette Plausch mit mehreren im Treppenhaus unterbleibt meistens, auch hier hält man Abstand. Aber es ist zu spüren, das alle dies vermissen. Wenn man dann doch jemanden im Treppenhaus oder draußen trifft. Nutzt man die Gelegenheit und tauscht sich aus. Die sozialen Medien spielen jetzt eine immer größere Rolle, auch telefonieren wird wieder beliebter. Aber es ersetzt nicht den direkten Kontakt. Wenn alles vorbei ist, werden wir eine schöne After-Corona-Party feiern! Versprochen!
Mittlerweile sind Monate ins Land gegangen, Weihnachten ist vorbei, der Jahreswechsel ist gewesen, Geburtstag, Ostern und, mein Sohn hatte Corona. Eines Abends rief er mich aus Polen an, dort war er für seine Firma unterwegs und äußerte die Befürchtung er könne sich mit dem verdammten Virus angesteckt haben. Und das ausgerechnet ca 900 km von zu Hause weg. Er wolle am nächsten morgen sofort mit dem Auto losfahren und nach Hause kommen. Was für eine beschissene Nachricht. Am nächsten morgen haben wir dann noch mal telefoniert, er hat eine tablette gegen die grippeähnlichen Symptome genommen und sich auf den Weg nach Deutschland gemacht. Zum Glück konnte ich ihn via Google verfolgen und wusste so, wo er gerade ist, und ob er sich noch fortbewegt. Knapp 10 Stunden später war er wieder hier. Ich hatte ihm schon einige Sachen eingekauft und nach dem positiven Corona-Test waren erst mal 14 Tage Quarantäne angesagt. Zum Glück blieb es nur bei den Symptomen und es wurde nicht schlimmer. Nach 2 Wochen waren 2 Tests negativ und so war dieses Kapitel auch erledigt. Aber es zeigt, das jeder davon betroffen werden kann. Trotz Maske, trotz aller Vorsicht kann es jeden treffen. Deshalb reagiere ich auch zunehmend gereizt auf Mitmenschen die diese Seuche herunterspielen, die Maßnahmen pauschal ablehnen und sich ganz bewusst asozial verhalten in dem sie die Schutzmaßnahmen verweigern und keine Achtung mehr vor dem Leben und der Gesundheit der anderen Menschen haben. Thema Covidioten, AfDeppen und anderes leerdenkendes Gesocks. Dieses ständige Mimimi wegen der Masken, Ausgangssperre, Kontaktbeschränkungen etc. Als wenn diese Vögel 24/7 die Maske tragen müssten, als wenn sie jeden Abend rausgehen würden… Ich kann manchmal nicht genug essen, wie ich kotzen möchte.
Home Office hat sich auch gut eingependelt und meine Freundin und ich sehen uns jetzt auch seit längerem wieder regelmäßig. Für uns hat sich jetzt Ende April/ Anfang Mai etwas grundlegendes geändert. Wir haben unsere erste Impfung bekommen… Sehr kurzfristig, wir beide sind impfberechtigt und haben innerhalb von 4 Tagen unsere Termine bekommen. Als ich aus dem Impfzentrum rausgekommen bin, schien die Sonne, obwohl es regnete, es war ein ganz merkwürdiges Gefühl, es war auf einmal Hoffnung da, das es besser werden würde, das bald sich für uns was zum Positiven ändern würde. Auch das bald, nach ca. 14 Tagen für uns die Gefahr nicht mehr so groß sein würde an diesem Virus zu verrecken. Und, das es jeden Tag mehr werden und wir bald die Chance haben ein weitestgehend unbeschwertes Leben zu führen. Mittlerweile sind bald 25% geimpft und es geht jetzt immer schneller. Hoffentlich kommen bald meine Kinder, die Jugendlichen und alle anderen dran, damit wir das bald hinter uns haben. Sicher, es wird nicht mehr so werden wie früher, aber vielleicht fast so. Wir werden auch weiterhin mit Hygienemaßnahmen leben müssen, aber wir können wieder Kontakt haben. Wie lange habe ich meine Kinder nicht in den Arm nehmen können, mich mit Freunden treffen können, einfach mal mich hinsetzen und irgendwo ganz spontan einen Kaffee trinken können? Klar, das ist jetzt nicht so, das es uns schlecht ging, aber die sozialen Kontakte fehlen doch ganz gewaltig….Aber wir sollten uns ganz klar darüber sein, das wir auf der Sonnenseite des Lebens stehen, anders als Millionen von Menschen in den ärmeren Ländern oder Ländern die eine Regierung haben mit Volltrotteln und Dummköpfen an der Spitze. Thema Brasilien, Indien, USA, gottlob haben die den karottenfarbenen Dummkopf abgewählt. Aber es sollte uns demütig stimmen, obwohl wir eine sicher häufig falsch liegende Regierung haben, die zwar Entscheidungen nicht getroffen hat aus Angst vor Protest, aber das wir ein gut funktionierendes Gesundheitssystem haben und eine Verwaltung, die es geschafft hat, trotz aller Widrigkeiten schnell eine mittlerweile gut laufende Impfkampagne auf die Beine zu stellen. Ich bin sicher nicht mit allen Maßnahmen zufrieden gewesen, aber wer hat bessere Ideen? Her damit, aber bitte keine Geschwiemel und Geschwurbel. Keiner von uns wusste was passiert und wie es weitergeht, für alle war es das erste Mal…