Andere Reisen

Lanzarote 2017

Dieses Jahr fahren wir woanders hin…. Die Vulkane sollen aber auch dieses Mal dabeisein und so entscheiden wir uns für Lanzarote.

Morgens um 6:26 sollte eigentlich der Flieger von SunExpress abheben, aber leider kam er etwas zu spät aus der Türkei, hatte eine Gruppe Rollstuhlfahrer dabei, deren Ausladen etwas länger dauerte, und dann musste noch der Reifen vom Bugrad geflickt werden…Jedenfalls mussten TUI-Mechaniker sich intensiv über das Rad beugen und haben etwas repariert. Nach gut einer dreiviertel Stunde konnte endlich das Boarding beginnen. Nette Stewardessen empfangen uns an der Tür und wünschen uns eine Gute Reise. Die Sitzplätze werden eingenommen und wir warten auf das Starten der Turbinen. Erwartungsgemäß dauert es nur kurze Zeit, nachdem alle angeschnallt sind und das Kabinenpersonal dem Flugkapitän das vereinbarte Signal: Cabin ready for Take off… gegeben hat. Los gehts. Es wird in der Boeing 737/800 sehr laut. Die Maschine ist schon etwas betagt und einiges brummt uns klappert. Sie wird schneller und schneller und dann gehts in die Luft. Noch brummt es gewaltig neben mir in der Verkleidung… Der Steigflug nimmt kein Ende und doch, auf einmal hört das Brummen auf und wir haben nur die „normalen“ Fluggeräusche….DSC_0709die Maschine gleitet durch die Watte des Himmels, darüber empfängt uns strahlender Sonnenschein. Der Blick von oben auf die Wolken vermittelt einem das Verlangen auszusteigen und sich in die wunderbar weichen Gebilde legen zu wollen. Zum Glück lässt sich die Tür des Flugzeugs nicht während des Flugs öffnen und so bleibt mir das Gefühl einer äußerst unsanften Landung auf dem Boden der Tatsachen erspart. Es geht über Belgien, Frankreich und den Golf von Biskaya Richtung Spanien. Über ein Land, dem man den Wassermangel schon aus der Luft ansieht. Die teilweise braungraue landschaft wird von ausgetrockneten Flussläufen durchschnitten. Einzelne kreisrunde und grüne Flecken sind zu sehen. Hier wird intensive Landwitschaft betrieben. Teilweise sind auf den Bergen sogar, so scheint es zumindest, die Bäume vertrocknet. Richtung Süden und weiter über Portugal geht der Flug. Im Bereich der Ostküste wird die Landshaft deutlich grüner. Der vom Meer kommende Wind trägt Feuchtigkeit in sich und regnet sie an den Hügeln ab. Über der Algarve verlassen wir wieder das Festland unter uns und fliegen auf den Atlantik hinaus. Wolkenfelder ziehen unter uns durch und wir werden von dem Nordostpassat etwas geschoben. Unter uns zeigen sich einige Schiffe. Beladen mit Gütern streben sie ihrem Zielhafen entgegen… Die Westküste Afrikas ist nur kurz zu sehen und dann breitet sich der Ozean unter uns aus. Nach gut 4 Stunden Flug verlassen wir unsere Reiseflughöhe von 37.000 Fuß und sinken. Eine Rechtskurve bringt uns erst die Küste Fuerteventuras und dann die Küste Lanzarotes in Sicht. Dicht am Ufer vorbei geht es zum Flughafen von Arrecife. Langsam schweben wir an unserem Hotel vorbei und kurz danach setzen wir auf. Der Flughafen erinnert etwas an Palermo. Die Gepäckabfertigung geht relativ zügig und in der Halle wartet auch schon der Reiseleiter und sagt uns zu welchem Bus wir gehen müssen. Ein gut klimatisierter Bus empfängt uns. Nach dem kurzen Weg in der Vormittagssonne von Lanzarote sind wir über das klimatisierte Gefährt erfreut. Die Koffer werden verstatut und nachdem der letzte Nachzügler eingstiegen ist, geht auch unssere Rundtour durch die Hotellandschaft los. Wir steigen nach ca. 40 Minuten ganz zum Schluß aus. Das Fariones Playa ist sicher das häßlichste Hotel in Puerta del Carmen, aber nur von außen. Dunkle, graue aus der Lava geschnittene Platten prägen an der Fassade das Erscheinungsbild. Innen erwartet uns ein helles freundliches Interieur. DSC_0750Die Suite im 4. Stock ist zur Meerseite hinaus und so können wir von unserem Balkon nicht nur das Treiben am Pool, sondern auch im Meer beobachten. Wir haben sowohl ein Schlafzimmer als auch ein Wohnzimmer. Fernsehen, eine kleine Küchenecke mit Kaffeemaschine und Mikrowelle und auch ein Kühlschrank sind vorhanden. Das Personal ist sehr freundlich und so sind wir sicher unseren Urlaub genießen zu können. Als Erstes machen wir uns zum Strand auf. Direkt hinter dem Pool ist eine Mauer mit einem schönem, geschmiedeten Zaun drauf, der unser Hotel abgrenzt. Durch eine kleine Pforte schlüpfen wir auf den Strand. Heißer Sand empfängt unsere Füße, die sofort nach Schuhen schreien. DSC_0748Runter zum Wasser und unsere Füße in den Atlantik gehalten. Nur einen kurzen Moment ist es kalt und danach angenehm erfrischend. Leichter Wellengang brandet an den Strand. Der hier ständig wehende Nordostpassat macht die Hitze erträglich. Wir wenden uns nach Norden Richtung Arreciefe zu und gehen auf der Strandpromenade entlang. Ein Kulturschock… Massenweise rothäutige Inselbewohner des ehemaligen Weltreichs Grossbritannien bevölkern die Promenade. Ein Graus. Schlechtest gekleidete Menschen, Männer oben ohne und Frauen in grausigen Kleidchen, rot leuchtend, wandern laut redend auf der Promenade. Ein schreckliches Geschäft mit Billigstkram und Souveniers der übelsten Sorte wechselt sich mit Lokalen in denen marktschreierisch irgendwelche Speisen und Bier zu Billigpreisen angeboten werden ab. Ich freue mich darauf, das Britannien die EU verlässt und dieses Volk vielleicht nicht mehr in der Stärke hunnischer Horden in diesen Urlaubsländern einfällt. Laut redend in einer schier unverständlichen Sprache, biertrinkend, liegend sie leuchtend am Strand… einfach unangenehm. Eine große Anzahl an Schweizern, Deutschen und auch Skandinaviern sind am Strand zu sehen…Das Wasser ist klar, kleine Fische treiben sich schon direkt am Ufer im seichten Wasser herum. In der Nähe des Ufers sind einige Felsen zu sehen. Dorthin werde ich nachher mal schwimmen und hoffe ein paar größere Fische zu sehen. Der Wellengang ist erträglich und so schluckt man beim Schwimmen nicht allzu große Mengen des Atlantischen Ozeans. Am Strand sind die obligatorischen Reihen an Liegen, mit jeweils einem Sonnenschirm zwischen zweien, zu sehen. Bewacht von Miguel, der morgens um 8:00 anfängt die Schirme aus einem leicht angerosteten, braun angestrichenen Blechkasten zu kramen um sie dann in den Strand eingegrabene Hülsen zu stecken. Eine Liege mit Sonnenschirm kostet 8 Euro am Tag, zwei Liegen mit einem Schirm 12 Euro…Vom Strand aus und auch von unserem Balkon können wir schön die weiter aus Südwesten einschwebenden Urlauberbomber sehen. Donnerstags ist Haupteinfallstag der Briten…War auch hier im Hotel sofort zu merken. Gestern weiß, morgen rot… Eigentlich wollten wir uns mal an den Pool legen… Kein leichtes Unterfangen, denn morgens um 7:00 beginnen die ersten Strandtuchleger die Liegen am Pool zu okkupieren. Leise schleichen sie aus dem Hotel und legen gelbe Strandtücher auf die Liegen. Gruppieren sie um und richten sie aus. Um 8:00 sind fast alle Liegen reserviert. Um 8:30 liegen die Ersten draussen. Die Poolbar macht auf und der erste rote Inselbewohner hat sein Bier in der Hand. Cheers! Dazwischen wuseln die geschäftigen Angestellten des Hotels und machen sauber. Normalerweise soll man keine Liegen reservieren und auch ist der Poolbereich erst ab 9:00 geöffnet, aber das interessiert hier niemanden. Hauptsache ich hab meine Liege reserviert. Was ich habe, habe ich… Heute frischt der Wind gewaltig auf. Ein Sandstrahlgläse fegt über den Strand und wirbelt mächtig Staub auf der alles bedeckt, was ihm im Wege ist. Das Meer ist bewegt. Laut Wetterbericht Wellenhöhen bis 2 Meter. Zum Liegen ist der Strand kein schöner Ort. Auch wenn der Wind sehr warm ist, mag man sich diesem Gebläse nicht gerne aussetzen. Da ist, trotz allem, der Pool die schönere Alternative. Animateurinnen schleichen um den Pool, auf der Suche nach willigen oder unwilligen Opfern ihrer Kunst. Aquagymnastik, Quiz, Wasserball etc wird angepriesen. Einige nehmen das Angebot an… Bisher habe ich die lüsternen Versuche dieser jungen Damen erfolgreich abgewehrt mich zu einem dieser Angebote zu animieren. Das Meer hat sich beruhigt, in der Nacht hatte es mal ausgiebig geregnet und die Luft ist klar. Auch etwas frischer ist es, aber nicht kalt. Nicht jede Bewegung verursacht sofort einen Schweißausbruch. Draußen ziehen Fischerboote und die Urlaubsbomber vorbei, der Poolbereich füllt sich und wir werden eine Inselrundfahrt mit dem Bus machen. 8 Stunden lang werden wir die Sehenswürdigkeiten der Insel Lanzarote nähergebracht bekommen. Der Bus erwartet uns und wir nehmen Platz. 50 gespannte Augenpaare sehen sich die draußen vorbeiziehende Landschaft an. DSC_0796Leider haben die Augen nicht vielzu tun. Es dominieren 2 Farben, weiß und braun. Weiß sind die Häuser, braun das Land. Hier solle weniger Regen als in der Sahara fallen. Das glaube ich, nach einem Blick nach draußen, der Reiseleiterin sofort. Sehr kundig und auch unterhaltsam führt sie uns in die Geschichte und Gegenwart der Insel ein. Zuerst geht es zu dem ehemaligen Wohnhaus von Cesar Manrique. Jener Künstler, der die Insel massgeblich gestaltet hat…Eingebettet in die vulkanische Landschaft, teils ober-, teils unterirdisch bietet es Schutz vor der draußen herschenden Hitze. IMG_1068Die Räume sind alle unterschiedlich gestaltet, in Ausstellungsräumen kann man die Werke anderer Künstler wie Miro oder Picasso bewundern. Aber auch Bilder von Manrique selbst. Alles ist in weiß gehalten, so wie die Häuser der ganzen Insel. Auch dies ist auf den Einfluß von ihm zurückzuführen. Er hat zusammen mit dem damaligen Inselpräsidenten durchgesetzt, das kein Wohnhaus höher als 2 Stockwerke sein darf, es muss weiß gestrichen sein und lediglich die Fensterfarben variieren zwischen grün, braun, blau… Die Hotels dürfen sich nicht mehr als 6 Stockwerke hoch erheben, so das das Erscheinungsbild der Insel nicht durch riesige Bettentürme verschandelt wird. In seinem Haus nutzte Manrique geschickt die Strukturen die die Lava geschaffen hat und schuf einzigartige Räume… Weiter gehts zu einer Aloe Vera Farm. In dieser kleinen Verkaufsveranstaltung werden die Vorzüge der Heilpflanze angepriesen, und wie könnte es anders sein, man kann dann natürlich die entsprechenden Produkte käuflich erwerben…Weiter gehts durch die Mittagshitze. IMG_1091Die Jameros del Aqua stehen auf dem Programm. Jene Lavahöhlen, die die Natur geschaffen und die Manrique, wer sonst, zu einer tollen Komposition zusammengeführt hat. Durch Gänge verbunden, gelangt man von einer Höhle zur nächsten. Die Höhle mit den Krebsen, IMG_1081jenen Bewohnern dunkler Gefilde, die der Zufall hier hineingespült hat, ohne Augen und schneeweiß, ein Konzertsaal, eine Poolanlage, eine Restauration und der obligatorische Souveniershop. Nun endlich hat unsere Reiseleiterin ein Erbarmen mit uns und es geht zum Essen ins Tal der tausend Palmen. Ein schönes kleines Restaurant in dem uns ein wunderbar spanisches/lanzarotinisches Büffet geboten wird. Gut gestärkt von Paela, Hühnchen, Kartoffeln, Hackbällchen und Gemüse, sowie schönem Rotwein und Wasser gehts zum Timanfaya-Nationalpark. IMG_1114Jenem ultimativen Ausflugsziel auf Lanzarote. Unser Weg führt uns über Teguise, der alten Inselhauptstadt nach Uga, der Heimat der lanzarotinischen Dromedare und weiter in den Nationalpark. Am Islote de Hilario wird uns demonstriert, das die Vulkane auf Lanzarote keinesfalls erloschen sind, sondern bestenfalls schlafen. IMG_1118Kurz unter der Erdoberfläche herrscht eine Temperatur von 80 Grad, an einigen Stellen ist das Gestein durch heiße Gase soweit aufgeheizt, das sich Stroh sofort entzündet. Wasser, das in eigens abgeteufte Bohrungen geschüttet wird kommt nach wenigen Sekunden als Wasserdampf laut fauchend wieder an die Erdoberfläche. Die anschließende Rundfahrt durch den Nationalpark lässt uns alle beeindruckt ob dieser fulminanten Landschaft zurück. Leider kann man den Bus nicht verlassen und so bleibt das Erleben nur auf die visuelle Seite beschränkt. Der Weg führt uns durch eine mondartige Landschaft. Große Lavafelder prägen das Gebiet. IMG_1060Viele Vulkankegel erheben sich daraus. Teils braun, teils rot oder auch fast schwarz mit vom Schwefel gelben Ränder ragen sie aus den von dickflüssiger aber auch dünnflüssiger Lava überzogenen Fläche. Die dünnflüssige Lava ist fast so glatt wie ein Spiegel. Die Dickflüssige hat eine bizarre Landschaft aus aufgebrochenen Schollen und übereinandergeschobenen, senkrecht aufgestellten Stücken hinterlassen. Aber auch das ist schon sehr beeindruckend. Ein Stop in einer Bodega des Weinbaugebietes La Geria rundet den Tag und die Tour ab. La Geria, jenes merkwürdige Gebiet, in dem Weinbau in Kuhlen die von Lavamauern umgeben sind betrieben wird. Die 6 Jahre dauernden Ausbrüche des ausgehenden 18. Jahrhunderts hat haben nicht nur eine zerstörte Landschaft und zerstörte Dörfer hinterlassen, sondern auch eine Besonderheit, die den Weinbau möglich macht. Die feine Vulkanasche hat dezimeterhoch den Boden bedeckt, so das eigentlich keine Landwirtschaft möglich sein sollte. Aber die Asche lässt die Luftfeuchtigkeit kondensieren und leitet sie zu den in den Kuhlen, in den Mutterboden eingepflanzten Reben hin. Die Reben sind durch die Mauer vor dem alles austrocknenden Wind geschützt und so gedeihen sie ohne weitere Bewässerung. DSC_0743Abends sind wir müde, aber voller Eindrücke die erst noch verarbeitet werden wollen, wieder im Hotel. Am nächsten Morgen hat der Wind etwas nachgelassen und so füllt sich der Pool- und Strandbereich wieder etwas mehr. Trotzdem wir nicht an der Strandtuchrally teilnehmen bekommen wir noch einen guten Platz und können so den Tag am und im Wasser genießen. Liegen am Pool und baden im Meer…Herrlich. Leise Musik umspült die Ohren, ein Kaffee-Cortado belebt die Seele. Einfach mal ausspannen. Der nächste Tag beginnt wieder mit Sonnenschein und wir wollen an der Küste entlang nach Puerto Calera…Zu Fuß…Von unserem Hotel aus wenden wir uns nach links zum Strand hinunter. Durch Strassen mit kleinen zweistöckigen Appartments geht es Richtung Süden. DSC_0722Am Hafen von Puerta del Carmen vorbei mit seinen vielen Restaurants und weiter zum Ortsausgang. Noch bieten ab und an Häuser Schatten, aber dann hört der Ort auf und es gibt nur noch die Sonne, den Weg und uns. Entlang der Steilküste geht es immer weiter über die vulkanische Erde. Unter uns glitzert das türkisfarbene Wasser und wir hören das Meer rauschen. Das Ufer bricht steil ab und es gibt bizarrschöne Formen zu sehen. Kaum Bewuchs säumt den Weg. Die Aussicht auf die Feuerberge wird durch keinen Baum verstellt. Draussen auf dem Meer tummeln sich Boote. Jetskies schießen übers Wasser, zwei Glasbodenbotte ziehen leise brummend ihre Kreise. Ein paar Segler mühen sich im Sturm ab. Immer wieder kentert einer und muß sein Boot aufrichten. Wir beneiden ihn ob der Abkühlung.  Nach gut einer Stunde erreichen wir unser Ziel. IMG_1174Puerta Calero ist ein kleiner Hafen, in dem eine erkleckliche Anzahl an Sportbooten liegt. Eine riesige Yacht überragt alles. Die „Vive la Vie“….Eine mit Designpreisen ausgezeichnete 60 m Yacht der Bremer Lürrsen-Werft. Sieht schick aus, ist beeindrucken, aber mir gefallen die kleineren Segler und Arbeitsschiffe besser… Die Hafenpromenda ist eine Aneinandereihung von kleinen Lokalen und Boutiquen…Dahinter befindet sich der eigentlich Ort. Er zieht sich am Hang hoch und besteht in erster Linie wie überall auf Lanzarote aus weißen, 2-stöckigen Bungalowas. Schön anzusehen…mehr aber nicht…. Also machen wir uns auf den Rückweg.DSC_0747

Strandleben….heute mieten wir uns einen Schirm mit 2 Liegen darunter. Gegen 9:00 wandern wir runter durch den noch kühlen Sand zu den Liegen und suchen uns welche aus. Vorne, erste Reihe…Noch ist es erfrischend frisch und der Wind ist noch zahm und hat sein Strahlgebläse noch nicht auf vollen Touren laufen. Langsam füllen sich die Reihen und der Betreiber der sonnenbeschirmten Liegen kommt zum abkassieren. Preis siehe oben. Der erste Weg führt in das Wasser, Schnorchel und Taucherbrille auf und ab zu den Felsen direkt am Strand. Dort ist richtig was los. Dort finden sich Schnecken, Garnelen, kleine und größere bunte Brassen, einige sehr bunte Doktorfische, ein Oktopus, ein Igelfisch und ganz in der Nähe in ungefähr 4 m Tiefe eine großer Stachelrochen. Ich schätze 1,50-1,80 m Spannweite. Langer, mit einem Stachel bewehrter Schwanz, der einen Abstand halten läßt. Majestätisch zieht er seine Runde um dann wieder in größeren Tiefen zu verschwinden. Größere Schwärme der Brassen, einige mit gelben Streifen in Längsrichtung, andere mit senkrechten dunklen Streifen und wieder welche mit einem schwarzen Fleck an der Schwanzflossenwurzel, grasen die Algen auf den Lavabrocken ab. Der Oktopus ist kaum zu erkennen, aber seine Bewegungen verraten ihn. Unten im Sand versuchen sich einige Plattfische so gut es geht zu tarnen. Kommt man ihnen zu nahe, schwimmen sie ein paar Meter weiter und buddeln sich wieder im Sand ein. Ungefähr 50 m vom Strand entfernt fällt der Meeresboden auf einmal sehr steil ab. Das Wasser erscheint dunkelblau. Der Grund des Meeres ist nicht mehr zu erkennen… Ein recht großer Schwarm Sardinen glitzert in der Sonne und tanzt seine Formen… An Land wird es immer voller. Weiße und rote Gestalten wechseln sich mit schon in verschiedenen tiefengraden Gebräunten ab. Auffällig ist, wie viele Frauen, jung und alt, oben ohne herumlaufen. Ganz unbeschwert gehen sie am Strand auf und ab. Männer ziehen ihre Runden und tragen größere und kleine Bäuche vor sich her. Neben uns in der Reihe fällt ein Mann auf, der immer wenn seine Frau im Wasser ist oder mit geschlossenen Augen daliegt, seine Kamera zückt und Fotos und Filmchen von jungen, meist barbusigen, Frauen macht. Wir schauen uns das eine Weile an, mittlerweile hat er meine Freundin auch auf seinen Chip gebannt, dann gehe ich zu ihm hin und teile ihm mit das er, falls er es weiterhin macht, mit dem Verlust seiner Kamera, einem Besuch der Polizei und auch damit rechnen muss das wir es seiner Frau sagen. Erst tut er so, als wenn er uns nicht versteht, aber da wir ihm unmißverständlich klarmachen das wir es sehr ernst meinen, versteht er uns auf einmal…Menschen gibts.

Am frühen Nachmittag drückt uns ein kleines Hüngerlein und wir beschließen zum Hafen runter in das kleine Lokal La Lonja,DSC_0807 das wir schon ein paar Tage vorher gesehen haben, zu gehen und dort etwas zu essen. Dort saßen eine ganze Reihe Spanier, aßen und tranken auch. Wir hoffen dort wenigstens mal etwas typisch lanzarotinisches zu Essen zu bekommen. Wir werden nicht enttäuscht. Es gibt Brot mit Mojo- Soße, Gambas in Knoblauch, Knoblauchbrot, Piementos, Runzelkartoffeln, gebackenen Käse und Schweinesteak mit Reis und Gemüse. In dem Gemüse sind Schmorgurken, die dem ganzen eine leicht milden säuerlich, fruchtigen Geschmack verleihen. Ich habe selten so etwas leckeres gegessen… Danach noch einen Carajillo, Espresso mit Brandy, und zum Schluß einen leckeren Licor 43… Jetzt haben wir nur noch ein Ziel, ab auf die Liege am Strand… Am Pool und auch am Strand leert es sich jetzt am Nachmittag so langsam. An einem Tisch sitzt eine Gruppe Briten den ganzen Nachmittag und löst Rätsel. Einer liest aus einem Rätselbuch eine Frage vor und die Anderen schreiben die vermeintliche Lösung auf. So kann man den Urlaub auch verbringen. Der Strand scheint sie nicht zu interessieren. Das hätten sie auch im Regen in England machen können, dafür muss man nicht stundenlang nach Lanzarote fliegen. Ab 19:00 gibt es Essen. Das Buffet des Hotels ist sehr reichhaltig und lecker. Für jeden gibt es etwas. Fisch, Fleisch, Gemüse…alles da. Besonders schön sind die kleinen süßen Leckereien, niedliche verführerische Häppchen süsser Backwaren lächeln mich an und ichwiderstehe ihnen nicht!… Am Grill wird frisches Feisch oder auch Fisch zubereitet. Es gibt die typischen kleinen salzigen Kartoffeln, Paella, Gambas aber auch Pommes und Pasta. Der lanzarotinische Wein ist sehr lecker. Neben uns sitzt ein älteres deutsches Paar, Er ganz in weiß, mit Poloshirt und hochgeschlagenem Kragen, Pullover locker um die Schultern gelegt, Sie auch elegant sportlich. Sie erzählen uns ungefragt, wie toll es doch hier sei und sie schon seit 30 Jahren jedes Jahr etliche Monate in das Nachbarhotel kommen würden. Nur dieses Jahr müssten sie mit unserem Hotel vorlieb nehmen, weil das andere renoviert wird. Aber der Besitzer hofft, das sie nächstes Jahr mit ihm zusammen das neu renovierte Haus einweihen. Es ist unglaublich, was diese beiden, doch relativ schmale Gestalten, so am Abend vertilgen. Wir sind beide sicher keine schlechten Esser, aber das ist nichts gegen die Mengen, die die in sich hineinschieben.

Das Buffet am Morgen ist genauso reichhaltig. Für mich hat der Bereich mit den kleinen Cornettos und den süßen Leckereien eine unwiderstehliche Anziehungskraft. Dazu eine doppelten Espresso mit Milch und die Welt ist schön. Andere nehmen das klassische Frühstück aus Brötchen, Butter, Marmelade und Wurst oder Käse zu sich. Ganz harte, wie die Briten, frühstücken Ham and Eggs, Baked Beans und Toast. Das habe ich mal probiert, aber es schmeckt so wie es aussieht… Fürchterlich. Kein Wunder, das die alle so merkwürdig sind. Da bleibe ich doch lieber bei der italienischen Variante des Frühstücks…Es gibt auch genug für die Müsli-Fraktion… Eine Schüssel fällt mir besonders auf… Hundekuchenartige Brocken liegen da drin. Nach ein paar Tagen siegt meine Neugier und ich nehme mir einen und probiere mal. Staub erfüllt meinen Mund… Mit viel Kaffee runtergeschluckt und gut ist. Manche Menschen scheinen sehr merkwürdige Sachen zu essen. Eines Morgens gibt es an einem Nachbartisch einen veritablen verbalen Disput. Man ist sich nicht einig, wer sich setzen darf. Ein britisches Ehepaar, Sie walzenförmig und übellaunig mit einem Franz-Josef-Strauss-Hals und er auch sehr voluminös streiten sich mit einem schweizerischen Ehepaar über das Vorrecht wer an diesem Tisch Platz nehmen darf. Scheinbar waren die Briten vorher da und hatten schon gegessen, waren dann aber für Nachschlag aufgestanden und der etwas übereifrige Kellner hatte den Tisch abgeräumt. Die Schweizer hatten den Tisch für frei gehalten und wollten sich gerade setzen als die Briten mit vollen Tellern zurück kamen… Leider konnten die Briten kein Schwyzerdeutsch und die Schweizer kein Englisch. So endete der Disput mit einem gut vernehmlichen „Arschloch“ aus dem Mund des Schweizers in Richtung Briten. Ich habe kurz überlegt, ob ich dem Briten dolmetschen sollte um dem ganzen Disput noch einmal zu etwas mehr Schwung zu verhelfen… Ich hab mich dann aber neutral verhalten.

Auto fahren… Heute gehts zu den Sehenswürdigkeiten der Insel. Playa Papagayos,

Los Hervideros, El Golfo und Dromedarreiten am Timanfaya Nationalpark… Herrlich abgelegen liegen die Strände des Playa Papagayos. Wunderbar anzusehen und auch die Felsformationen sind beeindruckend. Aber sich hier länger aufhalten, es ist uns etwas zu weit weg vom Schuß. man muss doch vom Ort eine ganze Zeit fahren und dann noch den ganzen Kram von oben runter zum Strand schleppen. Das ganze dann natürlich auch wieder zurück… Weiter gehts zu den Los Hervideros. Hier hat das Meer in die Vulkangesteine bizarre Buchten und höhlenähnliche Gebilde gespült. Man kann über eigens angelegte Wege die Formationen von oben ansehen. Das Meer arbeitet noch an der Gestaltung der Gebilde. Manchmal verwirft es eine Idee und läßt das Ganze einfach einstürzen und formt etwas neues. Einige Kilometer weiter, vorbei an den  Salinen von Janubio, bietet der kleine Ort El Golfo einige wunderbare, verwunschene Hütten am Strand, schwarze Lavasteine und eine Masse schöner Restaurants an der Straße des Ortes.DSC_0805 Wir essen Tapas…Brot, Kartoffeln, Piementos, Sardinen aber auch kleine frittierte Oktopusse und Tintenfischringe, und gegrillte Tuben von Tintenfisch. Sehr lecker, wenns gegrillt oder frittiert ist. Man mag sich gar nicht vorstellen was in diesem Ort zu Hochsaison los ist. Es scheint, das es mehr Lokale als Einwohner gibt. Eine Strasse und Restauant an Restaurant, beidseitig der Strasse… Weiter gehts zum Timanfaya-Nationalpark. Vor dem offiziellen Eingang gibt es einen Parkplatz an dem die Dromedartouren starten. DSC_0820Für 12 Euro ist man zu zweit dabei und wandelt mit den Wüstenschiffen eine kleine Runde durch das Lavagestein. Da es heute sehr windig, fast schon stürmisch ist, haben die Tiere Last mit ihrer Last. Je Dromedar zwei Passagiere. Und dann gehts auch noch ordentlich bergauf. Mir tun die armen Tiere leid und ich versuche mich leicht zu machen…Gut durchgeschaukelt kommen wir wieder auf dem Parkplatz an und fahren weiter einmal quer durch den Nationalpark. Wir dürfen zwar nicht anhalten, aber trotzdem ist der Eindruck ein anderer als mit dem Bus. Die Scheiben runter und man kann das Ganze besser genießen. Da wir fast alleine auf der Sraße sind, fahren wir ganz langsam. Es ist absolut beeindruckend! Ein Meer von Lava, aus dem, wie Inseln, die Vulkankegel schauen. Man mag sich nicht vorstellen was Ende des 18. Jahrhunderts sich hier abgespielt hat…

Wir wissen heute, was den Vulkanismus auslöst und woher er kommt. Aber für die Menschen damals muss es wie das Jüngste Gericht gewirkt haben! Die Natur hat hier eine äußerst bizarre Welt geformt und hinterlassen…. Der nächste Teil der Tour führt uns in den Norden der Insel. Haria, mit seinem als Geheimtip gehandelten Markt, jeden Samstag ab 10:00 kann man hier Kunsthandwerk aus der Region, Käse, Brot, Wurst und Gemüse, ebenfalls aus der Region erstehen. Viel schöne kleine Dinge lachen uns an. Ich erstehe eine Lederarmband, sowie Gewürzmischungen für Mojo-rosso Sauce. Besonders gefallen hat uns ein Stand, auf dem Blumentopfhalter in verschiedener Art angeboten werden. Aus Holz gesägt, werden die Tontöpfe eingehängt und man kann dann das Ganze auf dem Balkon aufhängen. Sehr pfiffig und es sieht auch noch gut aus. Leider gibt es eine Gewichtsbeschränkung beim Fluggepäck…Auf dem Weg zum Mirador del Rio wird uns noch mal die ganze vulkanisch geprägte Langschaft vor Augen geführt. Je weiter wir nach Norden kommen, desto dunstiger und nebliger wird es. DSC_0832Wir schrauben uns über eine enge Strasse hinauf in die Höhe. Dichte Nebelschwaden ziehen über die Berge in die Täler hinunter. Es erscheint uns so, als wäre hier alles etwas grüner. Das Auge hat was zu sehen… Am Mirador ist die Sichtweite ungefähr bis zu 20 m. Wir können also die schöne, uns versprochenen Aussicht nicht genießen. Zwischendurch reißt es mal wieder etwas auf und wir können unter uns das Meer sehen, dann wabern wieder dicke Nebelschwaden um uns herum und wir sehen keine 5 Meter weit. Wir fahren weiter zu den Cueva de Los Verdes….Jenes Höhlemsystem das versiegende Lavaströme hinterlassen habe. Hierzu gehören auch die etwas weiter östlich liegenden Jameos del Aqua, jene von Manrique gestalteten Höhlen. Sie sind von dem gleichen Lavastrom geschaffen worden. Es ist durchaus beeindruckend durch diese von flüssiger Lava gestalteten Gänge zu wandern und sich die bizarrschönen Formen anzusehen. Diese Gänge enstanden vor etwa 3500 Jahren bei einem Vulkanausbruch.

Hier floß die Lava Richtung Meer und nach dem der Lavastrom versiegt war, blieben die Höhlegänge zurück. Sie dienten später den Lanzarotinos als Schutz vor den Piraten und auch später den Piraten als Unterschlupf…Es ist der letzte Abend den wir in unserem Hotel verbringen. Ein wenig Wehmut ist dabei, aber die Insel hat uns nicht so angesprochen. Uns stört in erster Linie der ungehemmte Massentourismus. 150.00 Einwohner, 3.000.000 Touristen jedes Jahr. Alles auf dieser Insel ordnet sich dieser Maxime unter und da hilft auch die, sicher gut gemeinten und vielleicht auch noch schlimmeres vermeidende Regeln des Cesar Manrique nichts. Zum Glück sind dieser Insel die Bettenburgen erspart geblieben, die man an Stränden anderer Urlaubsziele finden kann. Leider hat die Insel keine Seele mehr. Wenn noch eine vorhanden ist, so findet man Sie bestenfalls noch im Norden, in Orten wie Haria oder anderen ganz weit ab von den Routen der Touristenströme liegende Ortschaften. In Haria und auf der Fahrt dorthin haben wir ab und an mal einen Eindruck davon bekommen, was Lanzarote ausmachen könnte. IMG_1093Einen bleibenden Eindruck hat allerdings die echte Freundlichkeit des gesamten Hotelpersonals hinterlassen. Obwohl sie nicht wussten, wieviel Trinkgeld wir an der Rezeption für sie hinterlegt haben, haben uns alle ganz herzlich verabschiedet. Die Kellenerin hat meine Freundin zum Abschied in den Arm genommen und auch das Zimmermädchen hat uns beide gedrückt. Wir hatten den Eindruck, das sie wirklich etwas traurig waren das wir nun wieder nach Hause müssen. Das hat uns auf der einen Seite gefreut, aber auch tief berührt! Und so fliegen wir am späten Abend von Arrefice mit einem lachenden und weinenden Auge in die Nacht Richtung Hannover. Es geht über Portugal, Spanien, Frankreich, Belgien und das Ruhrgebiet wieder in heimatliche Gefilde. Die Orte unter uns erscheinen mir mit Ihren beleuchteten Häusern und Straßen wie SpinnennetzeDSC_0863 im Gras wenn Tautropfen darauf liegen. Nach gut 4 Stunden Flug empfängt uns unser heimisches Spinnennetz Hannover wieder und der Urlaub ist unwiederruflich zu Ende… Aber, nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub! Apulien steht als nächstes auf dem Reiseplan…