Venezia e L’Arena di Verona 2019

Nun geht es also schon wieder nach Italien, diesmal fahren wir mit dem Auto von Norddeutschland nach Peschiera an den Gardasee. Und wieder haben wir uns auf dem Campingplatz Bella Italia ein Mobilheim gebucht. Der Zufall will es, das wir auch wieder in dem Mobilheim sind, das wir schon 2015 hatten. Also erspare ich mir die Beschreibung des Platzes und der Umgebung. Dieses Mal wollen wir zum einen die Serenissima besuchen und in der Arena di Verona einer Opernvorführung lauschen. Gebucht haben wir die Karten für „La Traviata“. Aber der Reihe nach… Zuerst machen wir einen Ausflug nach Venedig.

Venezia

DSC_1279

Morgens um 7:00 geht es mit dem FrecciaRossa von Peschiera los. Ein angenehm temperierter Großraumwagen erwartet uns und pünktlich fährt der Zug ab. Leise geht’s aus dem Bahnhof hinaus gen Osten. Verona, Vicenza und Padua ziehen an uns vorbei. Die Sonne scheint und wir sitzen am Fenster und lassen die Landschaft an uns vorbei gleiten. Kurz hinter der Station Venezia Mestre geht es auf den Damm über die Lagune Richtung Venedig. Noch etwas durch die Sonne geblendet erscheint uns die Stadt wie eine Fata Morgane auf dem Wasser zu schweben. Ich war noch nie in Venedig, meine Vorfreude ist riesengroß und ich kann es kaum erwarten den Fuß in die Lagunenstadt zu setzen, denn bisher kenne ich sie nur aus den Büchern von Donna Leons Commissario Brunetti. Am Bahnhof angekommen streben wir aus dem Gebäude hinaus und treten in die gleißende Sonne auf dem Bahnhofsvorplatz. Geschäftiges Treiben empfängt uns. Massen an Touristen, Boote auf dem Canale Grande, Händler und auch ein paar Einheimische. DSC_1300Wir wenden uns nach links und folgen der Gasse ins Sestiere Cannaregio, dem Viertel der Juden. Wenn man sich abseits der Touristenströme bewegt, meist reicht es eine Gasse weiter zu gehen um sich dann parallel zu ihnen zu bewegen, empfängt einen eine herrliche Ruhe und man kann die Schönheiten, aber auch den morbiden Charme der Stadt genießen. DSC_1283

Durch die kleinen Gassen, über die Kanäle bewegen wir uns im Uhrzeigersinn parallel zum Canale Grande Richtung San Marco und dem Markusplatz. Dort angekommen empfängt uns der Trubel der Touristen. Aber Markusplatz muss sein. DSC_1291Das ist schon beeindruckend, wenn man am Ufer des Canale Grande steht und hinüber auf die Isola di San Giorgio Maggiore und nach Giudecca blickt.DSC_1287 Dahinter liegt die Lagune und dahinter meint man die Adria zu sehen. Auf dem Wasser ein gewaltiges Gewimmel von Booten. Es ist schier unübersichtlich. Wir nehmen das Vaporetto um wieder Richtung Ferrovia zu fahren. Es ist schon ein Erlebnis in Venedig zu sein und wir werden in jedem Falle noch einmal wiederkommen. Aber dann zu einer Zeit, wo es weniger Touristen gibt. Diese Stadt hat mehr Aufmerksamkeit und Respekt verdient, als nur kurz hindurch zu hetzen. Die ganzen Gassen, die Kanäle, die Plätze mit den Kirchen und Museen, die wunderschönen Häuser und nicht zuletzt auch die Menschen, die hier noch wohnen. Dieser Stadt muss man mit allen Sinnen in sich aufnehmen und sich von ihr aufnehmen lassen. Der Verfall der Serenissima ist überall zu sehen. IMG-20190903-WA0017

Es wird viel saniert und renoviert, aber viel mehr ist sanierungsbedürftig. Das Mauerwerk bröckelt und bröselt, der Putz fällt herunter und es traurig zu sehen, wie diese prächtigen Bauten verfallen. Aber an anderer Stelle dann prunkvolle, von ausländischen Investoren hergerichtete Hotels und Geschäfte großer Modefirmen. In den Gassen, wo sich die Haupttouristenströme fortbewegen steht ein Geschäft mit Souvenirs neben dem anderen. Alles mögliche wird an die Touristen verhökert, minderwertige Kopien von venezianischen Masken und angebliches venezianisches Kunsthandwerk wird angeboten. Billiger Kitsch… Biegt man aber einmal ab wird man sofort von dem Charme der Stadt wieder eingefangen. Ein kleines Café in der Calle Ghetto Vecchio lädt uns zum Verweilen ein. Ein Cappuccino, ein Espresso, ein Focaccia und etwas Süßes lassen sich wunderbar im Freien genießen. DSC_1276Mittags kehren wir am Campo Santo Stefano in eine kleine Bar ein und essen eine Kleinigkeit. Hinterher gibt es noch einen Espresso. Danach queren wir einmal den Canale Grande und genießen die Aussicht von der Ponte dell’Accademia. Man mag es gar nicht glauben, das die Brücken nicht unter der Last der Menschenmassen einstürzen. Überall sind Selfiestangen zu sehen, manche Touristen, vornehmlich aus Asien, sehen Venedig nur über das Display ihres Handys, das vor ihnen hängt und sie vorantreibt, wie die Möhre vor dem Maul des Esels.

Als wir abends wieder im Zug sitzen, der uns nach Peschiera bringt, tun uns die Füße vom vielen Laufen weh und der Kopf ist übervoll mit Eindrücken aus Venedig, die erst mal verarbeitet werden müssen.